als ich sie fand im dunklen Walde …

Buch-Cover

In ihrem Buchtipp der Woche beschreibt die Lektorin Bianca Dombrowa ihren Eindruck, den sie hatte, als das Manuskript zu dem Buch auf ihrem Schreibtisch lag:

Der Anfang. Der Sound. Diese Geschichte. Es war um mich geschehen: Das war definitiv kein Manuskript, das man „anliest“ und auf den Stapel „noch mal versuchen“ legt.
Dieser Roman, der im Kleid eines Kriminalromans daherkommt, brachte einfach alles mit, wovon traumhafte Sommerlektüre lebt.
Und es ist genau dieses „Traumhafte“, das bereits der Titel anklingen lässt und das die Autorin zart und suggestiv zugleich der ganzen Geschichte unterlegt. Traumsequenzen, auch Alpträume der Protagonistin, alte Mythen aus dem Bergischen Land und ein Ton, der nicht zufällig an den ‚Fliegenden Holländer’ erinnert (aber das werden Sie selber herausfinden…)

Zum Buch: Die vier Freunde Olga, Thorvald, Benno und Hanna haben den verbotenen See für sich entdeckt und bauen heimlich ein Floß. Die Sonne verbrennt die Haut und die Insekten surren. Erst ein großer schwarzer Schatten oben auf dem Felsen schreckt die Kinder auf.

Dreißig Jahre später sehen sie sich wieder. Ein Klassentreffen ruft die vier Freunde in den Wald ihrer Kindheit zurück. Eine verliert ihr Leben.
Der Mord an der Klassenkameradin löst die vergangenen dreißig Jahre langsam auf und lässt die Freunde in die Kindheit zurückfallen. Sie hausen in der alten Jagdhütte und finden Spuren eines Verbrechens, das damals geschah. Und der Mörder scheint noch im Wald zu sein. Sie fühlen sich beobachtet.

Es ist eine Geschichte über die Unfähigkeit, miteinander zu reden.
Erzählt wird von der Eitelkeit und dem Ende einer Stahlfabrikantendynastie.
Von einer nervenaufreibenden Opernpremiere und einer nicht ganz einfachen Liebe.
Und vom Tod, der über allem schwebt.
Und Bäche, immer wieder Bäche. Glasklare eisige Wasser, die zwischen moosbewachsenen Steinen hervorsprudeln.
Die Bäche, in denen sie als Kinder badeten und als Erwachsene dem Tod begegnen.